Rasse heute

Das Walachenschaf ist ein feingliedriges, mittelgroßes, Schaf. Der leicht geramste Kopf der Böcke ist immer behornt; das ausgeprägte, spiralig gedrehte, seitlich abstehende Horn ist bis zu 50 cm lang und ein markantes Kennzeichen der Walachenschafe. Weibliche Tiere zeigen eine gerade Profillinie des Kopfes, sie sind nicht immer behornt und das Horn ist wesentlich feiner und weniger gewunden. Häufig tragen die Hörner einen schwarzen Längsstreifen. Das mischwollige, grobe Vlies ist weiß, früher waren auch graue und braune Tiere bekannt. Unbewollte Körperteile sind häufig mit unregelmäßigen, nur teilweise scharf abgegrenzten Pigmentflecken getupft, bis hin zu Brillenbildung (vor allem Tiere aus tschechischer Population). Die Stirn ist bewollt, die Ohren kurz und waagrecht stehend. Erwachsene Böcke wiegen 70 – 80 kg, die weiblichen Tiere rund 42 – 55kg.

Die Brunst ist überwiegend saisonal, die Erstzulassung erfolgt meist erst ab 18 Monaten. Gute Muttereigenschaften, leichte Lammungen und eine gute Milchleistung versprechen eine zufriedenstellende Lämmeraufzucht. Das temperamentvolle Schaf wird bei intensiver Betreuung zahm, ansonsten ist es sehr scheu und wachsam.

Heutiges Zuchtziel ist die Züchtung eines genügsamen, widerstandsfähigen und zur Landschaftspflege besonders geeigneten, attraktiven Landschafes.

Entsprechend den in den 80er Jahren nach Deutschland gebrachten 8 Ursprungstieren gibt es heute 8 bzw. 7 Linien bei uns, die am Anfangsbuchstaben der Tiernamen erkennbar sind. Bei den weiblichen Tieren gibt es die B-, D-, E-, T- und W-Linie, die M-Linie ist leider verschollen. Hinzu kommen eine tschechische R-, S- und Z-Linie aus dem Tiertausch mit Tschechien 2004. Bei den männlichen Tieren gibt es eine J- und eine S-Linie sowie eine tschechische J-Linie, ebenfalls aus dem 2004er Tiertausch. Bei Tieren mit anderen Anfangsbuchstaben ist die Linie wahrscheinlich nicht bekannt.

Die Namen der nach Deutschland gebrachten Ursprungstiere lauteten: Schweijk und Joscha (die beiden Böcke), sowie Bianca, Doris, Elsa, Marissa, Tatjana und Wanda. Wer also diese Namen in der Ahnentafel seiner Schafe entdeckt, weiss, wie viele Generationen seine Tiere von den Ursprungstieren entfernt sind (manche Namen wurden und werden allerdings häufiger verwendet...) Wer Marissa findet, hat womöglich die verschollene M-Linie wieder entdeckt!

Einer Zuchttheorie für die Erhaltungszucht zufolge soll man Tiere, die sich noch "dicht an der Ursprungstieren" befinden (also nur wenige Generationen entfernt), möglichst lange zur Zucht einsetzen, denn sie gelten von ihrer genetischen Ausstattung her als wertvoll. Ursächlich dafür ist das Phänomen der genetischen Drift, nach der in jeder Generation Gene unwiederbringlich verloren gehen. Gut erklärt ist die genetische Drift hier: http://www.original-knabstrupper.com/home-de/archiv/erhaltungszucht-und-die-konsequenzen/was-ist-genetische-drift.html. Es geht dort zwar um Pferde, aber die Grundsätze der Erhaltungszucht sind für alle Nutztierarten gleich.