Zuchtbuch

Rund ein Drittel der ca. 30 Walachenschafhalter in Deutschland führen die Schafe im Herdbuch bei den jeweiligen Landesschafzuchtverbänden. Dies hat den Vorteil daß sie bei offiziellen Zählungen erfasst, auf Ausstellungen präsentiert und von den Zuchtberatern der Verbände in den Bewertungskriterien Wolle, Erscheinung, ggf. auch Bemuskelung beurteilt werden können. So kann es einen besseren bundesweiten Überblick über Aussehen, Gewicht und Wollqualität der Walachen geben.

Den einzigen bundesweiten, und gleichfalls langjährigsten Überblick über die deutsche Walachenschafpopulation besitzt die GEH. Hier wird ein Zuchtbuch geführt, worin alle Züchter und Halter ihre Tiere und Nachzuchten melden können. Auch Anpaarungempfehlungen können gegeben und Tiervermittlungen unterstützt werden. Daher die Empfehlung an alle Walachenzüchter, hier unabhängig vom "offiziellen" Herdbuch die Zuchttiere zu melden. Die Erfassung der Tiere bei der GEH ersetzt dabei nicht die Zuchtbuchführung der Schafzuchtverbände. Es wird hier kein Herdbuch geführt und es werden keine Zuchtbuchbescheinigungen ausgestellt.

Anforderungen für Walachen-Zuchtböcke

An seltene Rassen, wie die Walachenschafe, werden deutlich geringere Anforderungen an die Körung der Zuchttiere gestellt, als dies bei Rassen mit zahlenmässig größerer Population der Fall ist.

Es muß eine anerkannte Herdbuchzucht betrieben werden.
Anforderungen an eine Mindestgröße des Bestandes gibt es nicht mehr (bei keiner Rasse).
Bewertung des Tieres nach Punktesystem, (maximal 9 Punkte) und Werteklassen I bis III. Bewertet werden Wolle, äussere Erscheinung und Bemuskelung. Ein Zuchtbock sollte Werteklasse I haben (7 – 9 Punkte), bei den Walachen ist es aber keine Voraussetzung.
Genotyp: Bei Walachenschafen besteht keine Pflicht zur Genotypisierung. Wenn dies erfolgt, soll nicht mit VRQ-Trägern gezüchtet werden.
Üblich ist das Alter zur Körung von ca. 18 Monaten an aufwärts, aber keine Rechtsvorschrift.
Die Böcke sollten keine Lammwolle mehr haben, die Wolle muß so lang sein, dass eine Beurteilung möglich ist.
Aussehen: rassetypische Erscheinung; guter Rahmen und guter Stand der Beine und Gelenke (Gelenke nicht zu weich = durchtrittig; Beine gerade, nicht o- oder x-beinig). Böcke müssen ein ausgeprägtes, gleichmässiges Horn haben, nicht zu eng am Kopf anliegend, sondern weit herausdrehend.
Gewicht: es gibt keine Vorgaben, jedoch werden zu schmächtige Tiere nicht bewertet /abgelehnt.
Herkunft: möglichst von anderen Herdbuchbetrieben, bei seltenen Rassen (Bsp. Walachen) aber auch von Nicht-Herdbuchbetrieben. Böcke werden gekört, werden aber nur in einer Vorstufe des Herdbuches aufgenommen.

Christel Simantke
Rassebetreuerin Walachenschafe der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH)